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Showing posts from October, 2026

Dwar Torah Shabbat Lech Lecha 5787

Vor zwei Wochen haben wir Paraschat Bereschit gelesen. Gott segnet Adam und seine Frau: „Seid fruchtbar und mehrt euch.“ Doch kaum sind die beiden aus dem Garten heraus, erschlägt Kain seinen Bruder aus Neid. Zehn Generationen, so lehrt uns die Mischna in Pirkej Awot, vergehen von Adam bis Noach, und alle erzürnen sie Gott. Am Ende ist die Welt so voller Gewalt, dass Gott dem Projekt Schöpfung einen Neustart verpasst. Noach, der Isch Zaddik, der Gerechte, soll der Anfang des zweiten Versuchs sein. Auch ihn segnet Gott. Aber kaum ist die Menschheit neu gestartet, geht es schon wieder schief. Die Menschen bauen den Turm von Babel und werden in alle Enden der Welt und in alle Sprachen zerstreut. Wieder vergehen zehn Generationen. Und dann, im dritten Anlauf, fällt der Segen Gottes auf einen anscheinend ganz gewöhnlichen Menschen. Wir lernen ihn zuerst nur als Sohn und Bruder kennen: „Dies ist die Geschichte Terachs: Terach zeugte Awram, Nachor und Haran.“ Awram heiratet Sarai, und die Tor...

Dwar Torah Bereshit 5787

Die Macht des Benennens Wie erschafft Gott die Welt in unserer Parascha? Nicht mit Händen, denn die hat er ja nicht, und auch nicht mit Werkzeug, das braucht er nicht. Sein Werkzeug ist allein sein Wort. Er spricht. Wa-jomer Elohim: „Und Gott sprach: Es werde Licht“, und es wurde Licht. Mit zehn Aussprüchen, sagt die Mischna, wurde die Welt erschaffen. Die Welt ist aus Worten gemacht. Und dann erschafft Gott den Menschen „in seinem Ebenbild“. Was können wir darunter verstehen? Onkelos, die alte aramäische Übersetzung der Tora, gibt eine wunderbar schlichte Antwort. Wo es heißt, Gott blies dem Menschen Atem ein und er wurde ein lebendiges Wesen, übersetzt Onkelos: Er wurde ein sprechender Geist. Und Raschi erklärt: Auch Tiere sind lebendige Wesen, aber im Menschen kam etwas hinzu, Verstand und Sprache. Das Bild Gottes im Menschen ist also genau das, womit Gott die Welt erschaffen hat: das Wort. Und das wissen wir eigentlich alle aus eigener Erfahrung. Ein Wort kann einen Menschen aufric...